Poesie und anderes...

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27.10.2014, Katharina Rick, Bonn
Das Elfengedicht vom Steinbruch-See

Der alte Steinbruch. Steil fällt er ab.

Niemand wusste, seit wann es ihn gab.

Hasen und Murmeltiere leben dort.

Menschen kommen selten an diesen Ort.

 

Über die Steine, Kanten, Zinnen

im Frühling silberne Bäche rinnen.

           Dann blühen am See Vergissmeinnicht.

Im Volksmund heißen sie Liebemich.

 

Unter dem See, umgeben von Mythen,

wohnen Elfen in Wasserblüten.

Sie sind so schön, flüstert der Wind,

für immer  - weil sie Elfen  sind.

 

Einmal im Jahr, wenn der Mond günstig steht,

sich sein Glanz mit dem der Venus vermählt,

gleiten die Schönen in grünen Schleiern

 


30.04.2014,
Katharina Rick, Bonn

Das Elfengedicht vom Steinbruch-See

Der alte Steinbruch. Steil fällt er ab.

Niemand wusste, seit wann es ihn gab.

Hasen und Murmeltiere leben dort.

Menschen kommen selten an diesen Ort.

 

Über die Steine, Kanten, Zinnen

im Frühling silberne Bäche rinnen.

           Dann blühen am See Vergissmeinnicht.

Im Volksmund heißen sie Liebemich.

 

Unter dem See, umgeben von Mythen,

wohnen Elfen in Wasserblüten.

Sie sind so schön, flüstert der Wind,

für immer  - weil sie Elfen  sind.

 

Einmal im Jahr, wenn der Mond günstig steht,

sich sein Glanz mit dem der Venus vermählt,

gleiten die Schönen in grünen Schleiern

über den See  – die Himmelsmacht zu feiern.

 

Sie tanzen, schweben, verneigen sich.

Märchenwesen im Zauberlicht!

Nur Kinder können diese Welten seh’n,

weil Elfen durch ihre Träume geh’n.

 

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04.03.2014, Katharina Rick, Bonn

Onnex und die Veränderungen

(K)ein Märchen

 

 

Ich saß auf der kleinen grünen Bank unter dem Küchenfenster und  rauchte mit Onnex eine Zigarette. Das heißt, ich rauchte.  Onnex, ein anhänglicher, nervöser Münsterländer-Mischling, rauchte nicht. Ich streichelte seine  Lappohren und sagte: „Sie fühlen sich an wie Seide.“ Die kühle Stille wurde von einer leisen, rauen Stimme unterbrochen: „Danke, dass du das sagst“. Ich sah zum Küchenfenster. Onnex stupste seine Nase an mein Knie: „Das war niemand aus der feinstaub- und rauchfreien Zone. Das war ich.“

 

Weniger vor Kälte denn vor  Schreck fiel mir die Zigarette aus der Hand. „Du kannst sprechen?“ fragte ich atemlos.  Onnex entgegnete lässig: „Konnte ich schon immer. Alle Hunde können das. Machen wir aber nur sehr selten.  Kontroverse Diskussionen ohne Ende wären bei Gesprächen  mit den Menschen vorprogrammiert.  Vielleicht würden wir sogar irgendwann einmal wie sie denken. Und das will doch nun wirklich kein Hund.“  

 

„Warum sprichst du denn mit mir,“ wollte ich wissen. Onnex machte eine wegwerfende Pfötchenbewegung: „Die Gefahr besteht bei dir nicht. Du bist freundlich zu mir.  Allerdings hast du mich einmal „verdammter Köter“ genannt. Doch dann hast du mich umarmt und gesagt,  ich sei doch so ein schöner Hund. Obwohl  das nicht mehr stimmt,  weil ich  nach der krankheitsbedingten Kastration erheblich zugenommen habe. Kein Wunder, denn schließlich bin ich doch nur noch auf eine Leidenschaft reduziert. Essen!  Das stört vor allem den Chef. Weil er sehr schlank  ist. War ich auch. Na ja, wenn er......, - aber lassen wir das...

 

Es war ein großes Glück, dass meine Leute mich zu sich genommen haben. Mir geht es gut bei ihnen. Vor allem meine  Chefin hat sich sehr viel Mühe mit meiner Erziehung gegeben. Denn ich war schwierig, weil ich doch aus einem Waisenhaus komme.  Ich war fest entschlossen mit ihnen zu sprechen um mich  zu bedanken, aber da  warf sie doch plötzlich dieses Menschenjunge. 

 

Und jetzt ist nichts mehr wie es war. Alles dreht sich nur noch um ihn. Es war für mich selbstverständlich in die zweite Reihe zu gehen. Aber ich muss doch nur noch Rücksicht nehmen. Wenn er schläft darf ich nicht bellen. Woher soll ich wissen, wann er schläft. Manchmal liegt er doch auch nur so rum. Sofort wird gezischt: „Ruhe, Onnex“ und wenn er dann weint, klagen sie: „Siehst du, jetzt ist er wach.“ Ja und? Er wird sich schon noch daran gewöhnen.  An Nachbars Lkw hat er sich schließlich auch gewöhnt. Hunde bellen nun mal. Zugegeben, ich belle vielleicht ein bisschen  oft, weil ich durch das Heim ein Kindheitstrauma habe.  

 

Seitdem er läuft nimmt er mir immer meine Plüschtierchen weg. Wenn ich sie zurückhole schreit er.  Er glaubt, das wären seine. Dabei mag ich ihn. Er ist ein schöner Welpe. Und ich glaube, er mag mich auch. Das Schlimme ist nur, dass er meint, ich sei ein Spielzeug. Eben ein etwas anderes Plüschtier. Dauernd rennt er hinter mir her, versucht mich am Schwanz festzuhalten oder zu zwicken. Manchmal krieche ich unter das Sofa, aber da passt er auch drunter.

 

Nach eurer eigenartigen Hundealterrechnung bin ich  schon 70 Jahre. Da hat man für solche Scherze nicht mehr viel übrig. Das  ist für mich Stress. Ich bin ja friedlich. Ab und zu knurre ich ihn höchstens mal an.  Dann lacht er sich halbtot. Das irritiert mich. Knurren ist nie Spaß.  Meine Chefs rufen ihn oft zur Ordnung, wenn er es zu weit treibt. Dann  tut er so, als verstehe er das nicht. Dabei versteht er alles. So klein und schon so raffiniert. War ich in dem Alter nicht.

 

Früher durfte ich am Sonntagmorgen immer bei ihnen im Bett auf der Ritze liegen. Da war es schön, warm, heimelig und wir haben gemeinsam ein Ründchen  geschlafen. Jetzt liegt er da. Nein, nicht auf der Ritze, um Himmelswillen. Sie halten ihn im Arm. Ich liege am Fußende. Bin ich ja auch mit zufrieden. Aber irgendwann beginnt er zu hopsen, fällt um  und juchzt dann laut. Da kann man kein Auge mehr zu machen. Und das finden sie auch noch schön. Also ich nicht!   Natürlich geht es mir hier immer noch gut. Aber diese Erfahrung hätte ich in meinem Alter nicht auch noch machen müssen.“

 

Onnex beendete seine lange Rede mit einem tiefen Seufzer. Ich kraulte seinen Nacken, tröstete ihn, sagte, dass auch die Menschen sich ihr Alter meist  anders vorstellen, als sie es dann erleben.     Aber wenn der Kleine älter sei, könne er verstehen, dass ein Hund zwar ein Spielgefährte aber kein Spielzeug ist. Dann würde er sich anders verhalten. Onnex blickte skeptisch, flüsterte rau: „Schade, dass du nur ein Mensch bist.“

 

Als wir  wieder ins Haus kamen, fragten unsere Leute, warum Onnex immer  das Schnäuzchen bewegt habe. „Er hat mit mir gesprochen“ antwortete ich. „Gesprochen“ echoten sie und sahen mich mitleidsvoll an. Onnex blinzelte!



29.01.2014, Katharina Rick, Bonn

Das Märchen von dem alten Baum und der  Axt, die ihm  das Leben rettete....

 

 

Der Baum war schon alt. Aber es war ein  schöner Baum. Hochgewachsen, mit einer dichten Krone. Er war gesund. Keine dürren Zweige oder Äste, so wie manche anderen Bäume sie hatten, die ihm nachts von ihren Krankheiten erzählten.

 

Um so mehr erschrak der Baum, als eines Morgens  ein Gehilfe des Försters ein Kreuz auf seinen Stamm zeichnete. Er wußte was das bedeutete: Ein Baum, der so gekennzeichnet war, sollte gefällt werden. Warum sollte er gefällt werden, er war doch gesund und schön anzusehen. In der Nacht besprach er seine Sorgen mit der Amsel, die in seinen Zweigen ein Nest hatte.  Die Amsel sagte, dass sie das auch nicht verstehen könne, aber sie würde am  Morgen zu den anderen Bäumen fliegen und nachsehen,  ob auf deren Stamm auch ein weißes Kreuz sei. Die Amsel hielt ihr Wort. In aller Frühe flog sie fort und es dauerte eine  Weile, ehe sie wieder zurück kam. „Ich habe alle Bäume hier angesehen. Weiße Kreuze haben nur die kranken Bäume. Alle gesunden Bäume sind nicht gekennzeichnet" berichtete sie. Der alte Baum war sehr unglücklich. Wie sollte er seinem Schicksal entgehen?

 

Zwei Tage später, kaum dass der Tag graute, kamen einige Holzfäller. Einer lehnte seine Axt an den Stamm und ging wieder fort. Voller Not sprach der Baum zu der Axt: „Kannst du mich verstehen?“ Die Axt nickte mit ihrem Stiel. „Warum stehst du hier“ fragte der Baum. „Um dich zu fällen“ antwortete die Axt. „Aber sonst werden doch nur kranke Bäume gefällt“ sagte der Baum. „Ich bin doch nicht krank, ich bin gesund, sieh mich doch an. Mein Stamm ist fest, meine Blätter sind grün und ich habe keine dürren Äste und Zweige.“ „Ja, du siehst wirklich gut aus. Ich verstehe auch nicht, warum man dich gekennzeichnet hat.  Die anderen Bäume sehen krank aus, aber du doch nicht“ sagte die Axt. Vor Angst und Not weinte der Baum dicke Tränen aus Harz. „Ich will nicht sterben. Kannst du mir nicht helfen?“ bat er und weinte noch mehr Harztränen. „Ich habe noch nie einem Baum geholfen. Im Gegenteil.  Ich weiß gar nicht, wie ich dir helfen kann. Wir sind immer die Bösen. Gut zu sein, das kennt meine Familie nicht. Ich habe jedenfalls noch nie davon gehört“ antwortete die Axt.  „Bitte, versuche es doch wenigstens. Vielleicht bist du in Deiner Familie ja eine Ausnahme,“ rief der Baum voller Verzweiflung. „Du tust mir sehr leid Ich werde nachdenken“ entgegnete die Axt.

 

Der Holzfäller kam zurück, nahm die Axt und schlug damit zu. Doch die  Axt drang nicht in den Stamm ein, sie verletzte ihn noch nicht einmal. Der Holzfäller schlug noch einmal, zweimal, dreimal zu. Die Axt hinterließ an dem Baum keine Wunde.

 

Kopfschüttelnd  sah der Holzfäller die Axt genau an. Er fuhr vorsichtig mit dem Finger über die Schneide und sagte erstaunt: „Wieso ist die Schneide so stumpf. Ich habe sie doch heute morgen noch geschärft“. Dann trat er zurück, musterte den Baum von unten bis oben und brummte: „Das ist ein schöner, gesunder Baum. Das sehe ich doch sogar.  Solche schönen Bäume sollen wir doch gar nicht fällen. Der Förster hat gestern noch gesagt, es seien alles kranke Bäume, die sein Gehilfe gekennzeichnet hat. Das muß ein Irrtum sein. Den Baum fälle ich nicht. Kann ich auch gar nicht, weil die Axt so stumpf ist.“ Er sah den Baum noch einmal an, schüttelte den  Kopf, legte die Axt auf seine Schulter und ging langsam fort.

 

Vor Freude und Erleichterung zitterte der Baum so sehr, dass seine Blätter rauschten, obwohl der Wind nicht wehte.  Er rief der Axt nach:  „Ich danke dir. Du hast mir das Leben gerettet. Du bist doch eine von den Guten in deiner Familie.“

 

Die Axt wippte mit ihrem Stiel. Ihre Schneide funkelte in der Sonne.  Und der Baum sah, dass die Schneide wieder ganz scharf war.

 

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07.01.2014, Katharina Rick, Bonn

Altes Jahr – neues Jahr

 

Ich mag es sehr, - mein Weihnachtszimmer.

Engel, Kerzen, Glanz und Glimmer.

Meine Kinderträume-Märchenzeit!

Zu kurz! Das neue Jahr steht schon bereit.


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