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26.10.2011 Die Geschichte von Luisa, Ferdinand und dem Wassergeist Text: Gerdi Plönnes, Bonn Foto: Daniela M. Paffenholz, Bonn
Die Geschichte von Luisa, Ferdinand und dem Wassergeist
Irgendwo in einem kleinen Dorf in Bayern wohnte Luisa, ein sehr schönes, junges Mädchen mit schwarzen Haaren. Das Schönste an ihr aberwaren ihre Augen. Sie leuchteten ineinem intensiven, klaren dunklen Blau. Und wenn sie sehr glücklich war, tanztenwinzige,goldene Pünktchen darin.Ihre Eltern waren Bauern, wie alle Leute in dem Dorf. Das Obst und Gemüse verkauften sie auf demMarkt der nahegelegenen Stadt. Dadurch hatten sie ein kleines Einkommen. Sie waren damit zufrieden. Das Land, das sie bearbeiteten, gehörte ihnen allerdings nicht. Wie alle Bauern hatten sie es von einerwohlhabenden Gutsherrin gepachtet.
In jedem Jahr fand in dem Dorf ein Maiball statt. Die jungen Mädchen saßen gemeinsam mit den Eltern an einem Tisch. Die jungen Männer standen am Rand der Tanzfläche undbeobachteten alles. – Mit dabei stand in diesem Jahr ein junger Mann, den nur wenige Leute kannten. Luisas Mutter flüsterte: „Das ist der Sohn der Gutsherrin.“ Sobald die Musik das erste Lied spielte, stürzte er auf Luisa zu und bat um den Tanz. Ferdinand sei sein Name sagte er. Er ließ sie nicht mehr aus den Augen und sie tanzten den ganzen Abend miteinander, sprachen nicht viel. Als der Maiball endete, hatten sich beideHals über Kopf ineinander verliebt.Am nächsten Tag wollten sie sich wiedersehen.
Als Luisa kam, wartete Ferdinand bereits auf sie. Sie spazierten an dem kleinen Fluss entlang. Luisa wollte etwas von sich erzählen, doch Ferdinand unterbrach sie, nahm ihre Hände: „Entschuldige, aber ich muss dir etwas ganz Wichtiges sagen: Gestern habe ich mich so sehr in dich verliebt, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen konnte, weil ich nur an dich dachte. Ich habe so etwas noch nie erlebt und ich weiß genau, dass wird sich nie ändern. Das ist eine Liebe für ewig.“ Luisa wurde rot, flüsterte: „Mir geht es genau so, manchmal denke ich, dass ich vor Glück nicht mehr atmen kann.“ Sie umarmten einander und wollten sich nicht mehr loslassen. Als sie nach einer ganzen Weile Hand in Hand langsam wieder zurückgingen, sagte Luisa: „Von meiner Mutter weiß ich, dass du der Sohn der Gutsherrin bist. Sie wird nie damit einverstanden sein, dass du dich in ein armes Mädchen verliebt hast. Sie soll eine sehr strenge, harte Frau sein.“ Ferdinand küsste sie zärtlich: „Das ist wahr.Sie will dass ich das Gut übernehme. Ich möchte aber lieber einmal große, schöne Häuser bauen können. Dazu gehe ich bei einem Baumeister in Salzburg in die Lehre. Aber lass uns zunächst die kurze Zeit genießen, die ich noch hier bin.“ Es wurde eine herrliche Zeit. Sie lernten sich immer besser kennen. In Luisas Augen tanzten jeden Tag die goldenen Pünktchen. Als ihm das zum ersten Mal auffiel, fragte er erschrocken: „Was ist das in deinen Augen?“ – „Das ist das Glück“ antwortete Luisa und lachte.
Als sie sich am Nachmittag vor seiner Abreise trafen, hatte Ferdinand ein tiefrotes Gesicht. Sieumarmten sich, dann berichtete er: Die Mutter habe von Luisa gehört. Sie möge ja ein gutes und schönes Mädchen sein, aber ein Bauernmädchen und dazu arm wie eine Kirchenmaus. So eine gehöre nicht in ihre Familie. Er soll sofort das Zusammensein mit Luisa beenden, sonst würde sie für seine Lehre bei dem Baumeister keinen roten Heller mehr zahlen. Ferdinand hatte geantwortet,dass er sich nie von Luisa trennen könne. Und weiterlernen würde er auch. Dafür ginge er arbeiten, gleich bei wem und gleich welche Arbeit, er sei sich für nichts zu schade. Die Mutter war sehr zornig:„So, du weigerst dich also! Sogar eine Tagelöhnerarbeit willst du übernehmen. Dann werde ich allen Bauern, die die Felder von mir gepachtet haben, die Pacht kündigen. Allen, auch den Eltern von Luisa. Dann können sie sehen, wo sie bleiben, denn sie haben nicht die Möglichkeit, anderswo Land zu pachten, weil alles mir gehört.“
Ferdinand traten die Tränen in die Augen. Luisa weinte bereits die ganze Zeit. Unter Schluchzen sagte sie: „Wenn deine Mutter unsertwegen den Menschen hier das Land kündigt, können sie nichts mehr verdienen, sie werden bitterarm. Wenn wir das zulassen, laden wir eine große Schuld auf uns. Es ist schrecklich, aber wir müssen uns trennen.“ Und so trennten sie sich an diesem Nachmittag unter Tränen, Umarmungen, Küssen und sagten, dass ihre Liebe nie enden würde. – Ohne sich von seiner Mutter zu verabschieden, fuhr Ferdinand noch am selben Tag nach Salzburg.
Luisa war so traurig, dass sie immer mehr abmagerte. Eines Abends ging sie spazieren und kam zu einem kleinen See. Sie setzte sich auf einen großen Stein, sah in das Wasser und weinte bitterlich. Als die Tränen in dasWasser fielen, wurden plötzlich große, glitzernde Steine daraus. Sie funkelten vom Grund des Sees hinauf. Luisa bemerkte das nicht. Doch da stand plötzlich ein großer, alter Mann vor ihr und hielt diese wunderbaren zu Stein gewordenen Tränen in der Hand. „Ich habe deine Tränen vom Grund des Sees geholt, und sieh mal, sie schimmern blau,nach der Farbe deiner Augen. Ichsammele alle Tränen, die aus Liebe geweint werden, sie sind kostbarer und reiner als die schönsten Diamanten. Ich darf sie aber nur behalten, wenn du mir es mir gestattest. Luisa nickte stumm. Der alte Mann strich ihr über das Haar und sagte: „Ich werde dich belohnen“ – dann war er plötzlich verschwunden. Nur auf dem Wasser sah sie noch für einen Augenblick sein faltiges, freundliches Gesicht.
Einige Tage später erhielt Luisa plötzlich Besuch von einer vornehmen älteren Dame. „Ich bin die Mutter von Ferdinand. Ich habe über euch nachgedacht. Wenn ihr beide euch so sehr liebt, dass diese Liebe wohl nie vergehen wird, dann darf ich euer Leben nicht zerstören. Daher bin ich mit einer Heirat einverstanden. Noch heute schicke ich per Boten einen Brief an Ferdinand.“
Luisa konnte ihr Glück nicht fassen, bedankte sich immer wieder bei der Mutter, die sehr liebevoll und gar nicht mehr streng und hart war.
Sie feierten eine wunderschöne Hochzeit und in den großen, blauen Augen der Braut wollten die kleinen goldenen Pünktchen nicht mehr aufhören zu tanzen.
Ferdinand lernte weiter und wurde ein bekannter Baumeister, der wunderschöne Häuser baute, in denen liebenswerte Menschen wohnten. Und es verging kein Tag an dem Ferdinand und Luisa nicht unsagbar glücklich waren.
Aber immer, wenn der Tag sich jährte, da der alte Mann die Tränen des Mädchens aus dem See geholt hatte und sich alles zum Guten wendete, gingen sie dorthin und warfen zum Dank einen Kranz aus Blumen in das Wasser. Nur noch einmal- einJahr nach ihrer Hochzeit – sahen sie im Wasser das gütige Gesicht des Wassergeistes und es war ihnen, als würde er ihnen zunicken, weil er wusste, dass ihre Liebe für ewig war.
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02.01.2011 Wenn.... Text: Gerdi Plönnes, Bonn
Traum-Szenario
Wenn....
......das Mondscheinkind in seiner Sichel träumt,
dasses die Himmelspferde silbern zäumt;
..... ein Stern sich auf die Reise macht,
als SchnuppeMenschenglück bewacht;
......Sonnenstrahlen durch die Wälder stieben,
und sich dabei in Kolibris verlieben;
......kleine Wellen sich noch zärtlich küssen,
bevor sie sich für immer trennen müssen;
.....Johannisfeuer flüstern,knistern, flammen,
Dämonen in das Nichts verdammen;
.......Vögelbis zu Gott hochfliegen,
dort, wo Güte, Liebe............. Hass besiegen.
Wenn das geschieht, dann wünsch ich mir,
dabei zusein– mit Dir.
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08.09.2010 Wien - Zug gefahren Text: Gerdi Plönnes, Bonn Foto: Daniela M. Paffenholz, Bonn
Zug gefahren
Ich hätte jeden Flug nach Wien genommen,
wenn ich denn einen Platz bekommen.
Jetzt fahr ich lustlos mit der Deutschen Bahn.
Neun Stunden – sagt der Bahnfahrplan.
Draußen scheint die Sonne und es gibt Natur:
Wälder, Felder, Wiesen, Obstplantagen,
und rote Äpfel in den Erntewagen.
- .....ich glaub, das Licht brennt noch im Flur!
Die Landschaft hat sich frisch gewaschen.
Nur die Kühe tragen schmutzige Gamaschen.
Der Nachbar rechts -schläft sich auf meiner Jacke aus.
Ein Kind strecktihm vergnügt die Zunge raus.
Die Dame links - erzählt aus ihrem Leben -
freche Kinder hätt es früher nicht gegeben.
(Ach?!) Noch eine Stunde frisst der Zug die Gleise.
Dann endet – Gott sei Dank – auch diese Reise.
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13.08.2010 Schottland Foto: Daniela M. Paffenholz, Bonn
20.05.2010 Ein Kindersommer im Schweinestall Text: Gerdi Plönnes, Bonn Foto: Daniela M. Paffenholz, Bonn
Ein Kindersommer im Schweinestall
- Eine fast vergessene Erinnerung -
Mein Großvater bewirtschaftete zur Selbstversorgung- wie früher fast alle Dorfbewohner – mehrere Felder und hielt Hühner und Enten. Mit den Feldern und dem Federvieh war Großmutter einverstanden. Dagegen absolut nicht einverstanden war sie, dass der unter dem Heuschober gebaute Schweinestallbesiedelt werden sollte.Sie sagte, sie könne ein Schwein nicht ein ganzes Jahr betreuen, füttern, mit ihm sprechen – sie sprach mit allen Tieren -und dann aufessen. Da käme sie sich wie ein Kannibale vor. Auch wenn dieser Vergleich erheblich hinkte -: Die Schweinewohnung blieb unbewohnt.
Dieser Stall gefiel mir sehr. Er war nicht groß, hatte eine gewölbte niedrige Decke, zwei kleine Fenster und eine zweigeteilte stabile Türe.Unter den Fenstern befand sich der gemauerte Trog. Ich fand, das sei ein ideales Märchenräumchen für mich, meine Lieblingspuppe und mein Lieblingshühnchen. Das Hühnchen war weiß und sehr klein. Es hatte die Eigenschaft, sich ohne Flattern oder Gegenwehr auf den Arm nehmen und streicheln zu lassen. Wenn ich es wieder absetzte, lief es mir nach, legte den Kopf schief und sah mich an.
Ich holte die Erlaubnis von Großvater undMütterchen ein. Großvater war die Verwendung des Stalls ohne Schwein gleichgültig. Das Mütterchenbestand darauf, dass zunächst alles mit Lauge abgeschrubbt würde, vonwegen Spinnen und schlimmerem. Aber dann konnte ich einziehen. Sozusagen mit Sack und Pack und Mutters Hilfe. Die winzigen Fenster und die Türe dekorierten wir mit alten Gardinen, an die Wände klebte ich einige Heiligenbildchen (für alle Fälle), der Trog wurde als Puppenbett mit Heu und altem Bettuch ausgepolstert. Damit ich auch weich saß, bekam ich einige kleine Kissen. Großmutter stiftete ihr altes rosa Ballkleid mit Tüllbesatz. Ohne Erlaubnis und mit reinem Gewissen nahm ich noch Großvaters Fußbank mit, weil ich doch einen Tisch brauchte.
Am ersten Märchentag zog ich das rosa Ballkleid über meine Kleider und band ein Seil um die Taille, weil ich mir dauernd auf die Schleppe trat. Auf drei kleine Teller aus der Puppenküche,legte ich bunte, süße Liebesperlen, setzte die Puppe in den Trog und bat das Hühnchen dazu. Es mochte aber keine Liebesperlen, daher holte ich einige Körner und zu dem „Pik, Pik“ des Hühnchens sagte ich den beiden, dass ich ihnen jetzt Märchen erzählen würde, denn das sei unsere Märchenwohnung.Noch bevor ich anfangen konnte, benahm das Hühnchen sich schlecht. Fortan durfte es nicht mehr im Puppentrog sitzen, sondern auf dem Betonboden. Das gefiel ihm aber offensichtlich auch, denn es lauschte mit schiefem Kopf den alten Märchen.Jede Woche, wenn wir zu Besuch bei den Großeltern waren, hielt ich meine Märchenstunde im Schweinestall ab.
Irgendwann sah sich mein Vetter Hubertus, der einige Jahre älter war als ich, meinen Märchenstall an. Nach einigen abfälligen Jungenäußerungen über Mädchen, Märchen, Puppenbett, Tüll und Gardinen meinte er, er suche einen Platz um ungestört lesen zu können. „Der Heuschober, hier über mir“ antwortete ich. Von da an hatte ich einen Untermieter, richtiger: Obermieter. Wenn wirgemeinsam da waren, sah ich, wie Hubertus mit einem Buch unter dem Arm und Brausepäckchen in der Hand die Leiter hochkletterte und in der duftenden Wärme des Heubodens verschwand.Hin und wieder unterbrach er seine Lektüre, spielte Mundharmonika, rief aber vorher von oben: „Willst du auch eine Brause?“ Dann machte ich eine Erzählpause, raffte mein Ballkleid bis unter die Arme, damit ich nicht an der Leiter hängen blieb, stieg zu ihm hochund wir leckten die prickelnde Brause aus der Hand. Und manchmal mussten wir auch niesen.
Es war ein wundervoller Sommer, dieser Kindersommerim Märchenschweinestall mit dem Brauseabstecher auf dem Leseheuschober.
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20.05.2010 schöne Pfingsten Daniela M. Paffenholz, Bonn
23.04.2010 Kirschblütenfest Daniela M. Paffenholz, Bonn
30.03.2010 Ostern Daniela M. Paffenholz, Bonn
19.02.2010 Uhrleben Gerdi Plönnes, Bonn
Uhrleben
Ich bin ein Regulator – eine alte Uhr
Ich zeige die Zeit. – Aber nicht nur!
Ich kann eure Gedanken lesen.
Bin Zeuge von Leid und Glück gewesen.
Seit die Euren mich damals erwarben,
wohne ich hier. Seit einhundert Jahren.
Ich kennealle, die vor euchwaren.
Die, die alt und die, diejung starben.
Sie sind nicht mehr hier, aber immer da.
Sie begleiten euch – unsichtbar.
Seit hundert Jahren leb’ich die Zeit
des Erinnerns undder Wirklichkeit
.
Jede Stunde schlage ich leise.
Ich spreche zu euch – auf meine Weise.
Denn ich bin eine Uhr.
Aber nicht nur!!!
16.02.2010 Karneval Daniela M. Paffenholz, Bonn
15.01.2010 Winter Daniela M. Paffenholz, Bonn
01.01.2010 Neujahr 2010 Daniela M. Paffenholz, Bonn
29.12.2009, Das Jahresmärchen Gerdi Plönnes, Bonn
Das Jahresmärchen
Das Haus, das weit hinter den Wolken lag, war sehr, sehr groß und sah recht seltsam aus. Die eine Hälfte war mit Türmchen sowie kleinen Fenstern versehen und kunterbunt gestrichen. Die andere Hälfte war weiß, hatte breite Fenster und große Balkone, auf denen Liegestühle standen. Obwohl es einen anderen, längeren Namen hatte, nannte man es Im Himmel nur das Jahreshaus. Dort wohnten die Jahre, die einmal Erdenjahre waren und die, die noch Erdenjahre werden sollten. Die vergangenen und die zukünftigen Jahre lebten gerne dort.Die kleinen Jahre spielten miteinander, tollten und lärmten durch das Haus. Die vergangenenJahre waren geduldig und ruhig. Sie wussten sehr viel.Denn alles, was die Erdenkinder in der Schule im Fach Geschichte oft mühsam lernen, hatten die vergangenen Jahre persönlich gesehen und erlebt. Obwohl sie sich oft gerne in den Liegestühlen von ihrem Erdenleben ausgeruht hätten, blieb dafür nicht viel Zeit. Petrus hatte sie mit der Aufgabe betraut, die zukünftigen Jahre zu unterrichten und auf ihre Erdenzeit vorzubereiten. Das war häufig sehr anstrengend, denn wie alle Kinder wollten die Jährchen lieber spielen, waren unaufmerksam, manchmal liefen sie auch einfach fort.
Als Petrus, der ja bekanntlich für alles, was im Himmel geschieht, zuständig ist, einmal an einer solchen Unterrichtsstunde teilnahm, sagte er zu den vergangenenJahren: „Das müssen wir ändern. So geht das mit den kleinen Jahren nicht weiter. Sie machenwas sie wollen und hören einfach nicht zu. Eines Tages kommen sie auf die Erde und wissen nicht, auf was sie achten müssen. Ihr seid zu nachsichtig.In Zukunft müssen feste Unterrichtsstunden angesetzt werden, zu denen alle zu erscheinen haben und sie müssen lernen. Ob ihnen das gefällt oder nicht. Ich rufe sie jetzt zusammen und sage ihnen, dass das hier in Zukunft anders vor sich geht.“
Als die dunkle Stimme von Petrus laut durch das Haus dröhnte, bekamen die kleinen Jahre einen Schreck und dachten, dass eswohl ratsam sei, seinem Ruf sofort zu folgen. Als sie alle in dem Versammlungsraum saßen, sagte Petrus,dass jetzt Schluss sei mit den Spielen und der Unaufmerksamkeit während der Unterrichtszeit. Er habe festgestellt, dass sie noch sehr viel lernen müssten, bevor sie überhaupt Erdenjahre werden könnten. So, wie sie jetzt seien, könne er nichts mit ihnen anfangen. Gespielt würde in der Freizeit, aber in den Unterrichtsstunden hätten sie aufzupassen und zu lernen. So einen Lärmwie heute würde er nicht mehr dulden. Verstanden.....“ donnerte er noch. Und alle Jährchen nickten ein wenig ängstlich.
Die vergangenen Jahre unterrichteten die zukünftigen Jahre jetzt regelmäßig.Jeden Tag,Punkt 9.00 Uhr, saßen alle in dem Versammlungsraum. Die Ansprache von Petrus hatte so geholfen, dass sie jetztsehr aufmerksam waren, niemand mehr einfach fortging oder zu spielen begann.
Die vergangenen Jahre gaben sich viel Mühe und lehrten die Kleinen alles, was ein Jahr für sein Erdenleben wissen und worauf es achten muss.
So lernten sie die Namen und die Reihenfolge der 12 Monate. Dass nicht jeder Monat gleich viele Tage hat.Wann Frühling, Sommer, Herbst und Winter eingesetzt werden; wann die Bäume ausschlagen dürfen und wann sie wieder ihre Blätter abwerfen müssen; zu welchen Zeiten die unterschiedlichen Blumen blühen sollen. In welchen Monatendas Getreide reif zu sein hat und wann Obst und Gemüse. Wie die hohen Festtage der Menschen heißen und an welchen Tagen sie gefeiert werden. Und noch vieles, vieles mehr mussten sie lernen und vor allem auch behalten.
Daher bestanden die vergangenen Jahre auch darauf, dass die zukünftigen Jahre alles aufschrieben.„Schreibt es auf“, sagten sie immer,„nicht, dass ihr etwas verwechselt oder gar vergesst und eines Tages den Dezember im Sommer einsetzt, oder den Frühling im Winter oder vielleicht dem Mai 50 Tage anstatt 31 zuweist, nur weil euch der Mai gerade so gut gefällt. Oder, was ganz schrecklich wäre, an Weihnachten den Osterhasen kommen lasst...“ Dann lachten die kleinen Jahre fröhlich und schrieben eifrig mit.
Aber einige von den zukünftigen Jahren, die sehr aufmerksam waren und besonders gute Berichte schrieben, erhielten im Klassenbuch ein kleines Sternchen.
Der 31. Dezember war für die vergangenen und für die zukünftigen Jahre stets ein besonderer Festtag. Denn an diesem Tag sollteimmer das älteste der kleinen Jahre das neue Erdenjahr werden. Es wurde gesungen, getanzt und es gab einen herrlichen Schokoladenkuchen.
Wenn es dunkel wurde, kam Petrus mit vielen Engeln in einem rosa Wolkenzug. Alle wünschten dem zukünftigen neuen Jahr sehr viel Glück und warfen silberne Mondschnipsel, die ja schon immer Glück brachten. Dann stieg es zu Petrus und den Engeln in den Wolkenzug und in Windeseile fuhren sie hinunter zur Erde.
Und wenn das kleine, neue Jahr eines von denen war, die im Klassenbuch ein Sternchen hatten, dann wurde es für die Menschen ein wunderschönes neues Jahr.
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25.11.2009 Weihnachten 2009 Daniela M. Paffenholz, Bonn
15.09.2009 Sommer 2009
07.09.2009 Daniela M. Paffenholz, Bonn (Bilder)
25.08.2009 Gerdi Plönnes, Bonn (Text)
Die Beobachtung des Eichhörnchenjungen -Nicht nur ein Märchen-
Eru, der Eichhörnchenjunge, ging gerne zur Schule. Vor allem aber liebte er Zahlen. Je schwieriger eine Aufgabe, desto mehr begeisterte sie ihn.Mit den sprachlichen und schriftlichen Fächern hatte er allerdings einige Schwierigkeiten.So auch mit der letzten Hausaufgabe. Die Schüler sollten einen Bericht über außergewöhnliche Beobachtungen schreiben.
Eru war es wichtig, einen guten Bericht zu schreiben, weil er endlich einmal eine bessere Note als eine vier erreichen wollte. Aber leider war ihm bisher nichts Außergewöhnliches aufgefallen. Eines Tages, als er wieder die Umgebung beo